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Zeit für „Entrepreneurial Mindset“

Erfolgsfaktor Unternehmertum: Was gehört zum Unternehmertum dazu? Wie muss es gelebt werden? Wer ist involviert?  Und welche Rolle spielt Mut?

Aug 1, 2021 7:30:00 AM

Was braucht eine Unternehmensgruppe, um am Markt langfristig führend zu sein? Am Ende des Tages zufriedene und erfolgreiche Kunden. Soweit so klar. Aber was spielt auf dem langen Weg dahin die entscheidende Rolle? Was muss im Hintergrund auf der Führungsebene und darunter passieren? Was trägt wirklich zum Erfolg des Kunden und damit zum eigenen Erfolg bei? Es existiert ein Universum an Faktoren. Picken wir uns einen Fixstern raus: das Unternehmertum. Darüber habe ich mit zwei Kollegen gesprochen, die sich mit diesem Erfolgsfaktor bestens auskennen und sehr ausgiebig beschäftigen.

Jochen: Richard, Martin, bevor wir tiefer ins Thema reingehen, lasst uns kurz über euch sprechen. Ihr seid beide Mitglied im Group Management Board der All for One, schaut auf eine lange Laufbahn als Manager, IT-Strategen & Geschäftsführer zurück und beschäftigt euch täglich mit Unternehmens- und Mitarbeiterführung. Welche Bereiche verantwortet ihr und was sind eure zentralen Aufgaben?

Richard: Als Managing Director der SAP Excellence steuere ich zusammen mit Wolfgang Räth das Gewinnen von Kunden, die Auftragserfüllung bei SAP-Einführungen von Neukunden und die Betreuung der Stammkunden bei deren Vorhaben.

Martin: Ich bin Managing Director der avantum consult GmbH und für den Betrieb und das Wachstum des Analytics Geschäftes verantwortlich. Im Fokus dabei stehen unsere Mitarbeiter/innen, die in der Beratung unserer Kunden im Bereich Business Analytics tätig sind und unsere internen Teams, die die operativen Prozesse in unserer Business Unit sicherstellen und die optimale Vermarktung unseres Portfolios vorantreiben.

Unternehermtum geht alle An

Jochen: Ihr seid für unterschiedliche Bereiche in der Group verantwortlich. Aber was verbindet euch denn?

Martin: Richard und ich verfolgen ein gemeinsames Ziel, nämlich als All for One Group die führende Consulting- und IT-Gruppe für Unternehmen zu sein.
Unsere Verantwortungsbereiche beinhalten ERP und Analytics und hierbei ergeben sich viele Schnittstellen und Anknüpfungspunkte für unsere Kunden. Und natürlich arbeiten wir beide intensiv mit anderen Bereichen der All for One Group zusammen, um gemeinsam einen Mehrwert für den Markt zu generieren. Die Orchestrierung und Verknüpfung des vielfältigen Produktangebots unserer Verantwortungsbereiche schafft spannende Synergien für unsere Kunden.
Und nicht zuletzt haben wir beide das gleiche Verständnis von Unternehmertum und gruppenweiter Zusammenarbeit. Wir wollen ein unternehmerisches Mindset an alle Mitarbeiter/innen und Führungskräfte „herantragen“ und multiplizieren.

Kooperation schafft synergien

Jochen: Was sieht denn eure Zusammenarbeit aus? Nennt bitte mal ein konkretes Beispiel!

Richard: Aktuell arbeiten Mitarbeiter/innen aus unseren beiden Verantwortungsbereichen gemeinsam an einem Planungssystem für die Produktion. Geschäftsprozesse aus der Fertigung finden betriebswirtschaftlich immer ihren Niederschlag in einer Planungs-, Realisierungs- und Kontrollphase. Die hierfür notwendigen Werkzeuge fanden sich in der „alten“ ERP Welt des SAP R/3 komplett im ERP System wieder. Das ist leider oftmals etwas unkomfortabel für weniger IT-affine Kunden.
Wir arbeiten deshalb gemeinsam an einer Art „Branchenlösung“ in der SAP analytics Cloud, um dem Kunden bereits ein vorformuliertes, in ERP integriertes und leicht anpassbares Angebot machen zu können. Das funktioniert nur im Zusammenspiel. Das Know-how zur erforderlichen Technologie kommt aus der avantum, das betriebswirtschaftlichen Wissen bzgl. der Spezifika in Branchen und Industrien liefert die SAP Excellence. Beides verschmelzen wir zu einer passgenauen und marktgängigen Kundenlösung. Wir schaffen also gezielt ein „Gemeinschaftswerk“ der beiden Gruppenmitglieder und stiften Mehrwerte beim Kunden, die unsere Marktbegleiter so nicht erzeugen können.

Mut zum Risiko

Jochen: Solche „Mammut Projekte“ sind erfahrungsgemäß mit einem höheren Risiko verbunden. Wie geht ihr damit um?

Richard: In einem Wort: Mutig. Wir müssen immer wieder Entscheidungen unter Unsicherheit treffen. Unsicherheit kann bedeuten, dass wir nicht vollständige Informationen mit Erfahrungswerten ergänzen mit hoher Konfidenz Annahmen über die Zukunft treffen müssen. Das bedeutet, dass man kalkulierbare Risiken eingeht und Entscheidungen unter Annahmen trifft – denn niemand kann die Zukunft vorhersehen. Auch das Treffen von unangenehmen, manchmal sehr persönlichen Entscheidungen gehört zu unserem Alltag und eine konsequente Umsetzung solcher Entscheidung erfordert immer wieder Mut.

Jochen: Siehst du das auch so, Martin?

Martin: Absolut! Dazu kommt, der Unternehmer kann typischerweise Entscheidungen nicht „nach oben“ delegieren, sondern muss diese treffen – auch wenn diese unangenehme Folgen nach sich ziehen. Verantwortung nicht delegieren zu können, bedingt die Notwendigkeit, mutig zu übernehmen. Das kann eine schwere Bürde sein aber auch das Salz in der Suppe, wenn diese kritischen Entscheidungen letztlich zum Erfolg führen.

Richard: Und ich muss noch ergänzen: Auch Misserfolge sind etwas, das ein „guter“ Unternehmer zu seinem Erfahrungsschatz zählen darf.

NAchhaltigkeit von Entscheidungen im Blick haben

Jochen: Wirtschaftliches Denken und vor allem Handeln – was gehört für euch dazu?

Richard: Profitables und nachhaltiges Wirtschaften, das den langfristigen Unternehmenserfolg zum Ziel hat. Sicherlich gibt es immer wieder Themen, die zwar einen kurzfristigen Erfolg darstellen würden, aber nicht profitabel oder nachhaltig sind. Man muss sich immer vor Augen führen, welche Konsequenzen das für das Unternehmen hat und die Entscheidung nach den Unternehmenszielen ausrichten.

„Wir wollen in der Gruppe unseren Mitarbeiter/innen möglichst den Freiraum lassen, wirtschaftliche Entscheidungen nach besten Wissen zu treffen und für diese Verantwortung zu übernehmen"

Martin: Wirtschaftliches Denken ist das eine, also die „Baseline“ zu kennen, sei es ein Budget auf der Kostenseite oder Erlöse auf der Umsatzseite. Doch genau da setzt für uns wirtschaftliches Handeln erst an: Wirtschaftlich handeln heißt für uns nicht „nur“ ein vorgegebenes Budget zu erfüllen. Es kann durchaus Sinn machen, von einem Budget abzuweichen: Zum Beispiel, um unnötige Kosten zu vermeiden oder um im Verhältnis größere Erlöse zu erzielen. Wir wollen in der Gruppe unseren Mitarbeiter/innen möglichst den Freiraum lassen, wirtschaftliche Entscheidungen nach besten Wissen zu treffen und für diese Verantwortung zu übernehmen.

Jochen: Klingt in der Theorie gut! Und wie ist es mit der Praxis?

Richard: Oftmals fehlt uns hier noch die notwendige Ruhe, in der operativen Hektik und vor dem Hintergrund „wirtschaftlichen Drucks“ unsere Organisationen frei, statt durch uns konkret gesteuert, handeln zu lassen. Aber wie Martin schon sagte, wir sind auf einem guten Weg.

Jochen: Ihr seid beide als Kritiker und Feedback-Geber in der Gruppe bekannt. Warum passt das so gut zum Unternehmertum?

Martin: Damit wir uns als All for One Group weiterentwickeln und wachsen benötigen wir eine sehr offene und ehrliche Feedbackkultur. Das beinhaltet insbesondere auch das gezielte Aufzeigen und Ansprechen von Prozessen und Themen, die nicht gut funktionieren und das Einbringen von lösungsorientierten Vorschlägen, wie etwas besser gestaltet werden kann.

Richard: Ich sehe das auch so! Um sich selbst und ein Unternehmen konsequent zu verbessern, müssen wir als Unternehmer die Themen adressieren – selbstverständlich immer im Sinne unserer Werte: direkt, offen und ehrlich. Dabei geht es uns beiden nicht um ein bloßes Aufzeigen – der kritische Zuruf vom Spielfeldrand ist ja sehr einfach. Entscheidend sind konkrete Verbesserungsvorschläge und umsetzbare Handlungsalternativen. Den gleichen kritischen Umgang erwarte ich auch für meinen Verantwortungsbereich und fordere ihn auch in Bezug auf meine Person proaktiv von den Mitarbeiter/innen ein.

„Der kritische Zuruf vom Spielfeldrand ist ja sehr einfach. Entscheidend sind konkrete Verbesserungsvorschläge und umsetzbare Handlungsalternativen."

Jochen: Das heißt, pure Kritik ist kein Schlüssel, ein Unternehmen erfolgreicher zu machen …

Richard: Nein. Man sollte schon eine Idee haben, wie „man“ es besser machen könnte und entsprechende Anstöße geben. Das wird naturgemäß nicht immer gerne angenommen („Besserwisser“), da braucht es manchmal neben guten Argumenten auch etwas Standhaftigkeit.

Unternehmerisches Mindset verankern

Jochen: Wie teilt Ihr Unternehmertum mit euren Führungskräften und Mitarbeiter/innen? Und wie fördert Ihr Zielerreichung?

Martin: Mit gutem Vorbild vorangehen, eine offene Feedbackkultur fördern, Entscheidungen erklären und Zusammenhänge herstellen, transparente Entscheidungen treffen, auf Risiken hinweisen und erklären, warum wir Dinge trotzdem tun. Themen und Projekte vorantreiben und selbst mitmachen, Enablement von allen Team-Mitgliedern, die Möglichkeit bieten, hierarchieunabhängig das Unternehmen mitzugestalten – das sind meine Prinzipien. Wichtig ist auch, viel mit dem Team zu kommunizieren. Nur so kann das Verständnis und das Enablement für unternehmerische Entscheidungen wachsen.

Jochen: Wie reagiert ihr denn, wenn nicht Alles rund läuft? Zum Beispiel, wenn es Abweichungen bei der Zielerreichung gibt?

Martin: Entscheidend ist, kontinuierlichen Austausch sicherzustellen, damit mögliche Abweichungen frühzeitig erkannt werden. Gemeinsam kann man dann ein realistisches Zielbild vereinbaren. Wir führen in den nächsten Wochen und Monaten OKR ein. Damit orientieren sich alle individuellen Ziele an den Unternehmens- und Team-Zielen. Das schafft Transparenz und macht den Mitarbeitenden bewusst, warum an etwas gearbeitet wird.

Richard: Ich denke, bei Abweichungen ist es unbedingt erforderlich, die Ketten bis zur Ursache für ein Delta zu kennen. Und – es wird niemals „böser Wille“ sein, eine Abweichung zu verursachen. Somit muss man die wahren Gründe kennen und nicht nur die Kette aus Symptomen. Darauf sind die Gegenmaßnahmen zu ergreifen – das kann auch mal bei „falschen“ Zielen eine Anpassung des Ziels sein. Im Projektgeschäft kennen wir die Änderungen eine „Terminziels“ zu Gunsten von Qualität nur zu gut!

„Es wird niemals „böser Wille“ sein, eine Abweichung zu verursachen. Somit muss man die wahren Gründe kennen und nicht nur die Kette aus Symptomen."

Jochen: Könnt ihr das noch etwas konkretisieren? Wie wird auf erfolgreichen Projektabschluss und erreichte Ziele im Alltag hingearbeitet?

Martin: Bei Projekten und Zielvereinbarungen gibt es Status Updates, einen regelmäßigen Austausch und die Möglichkeit, jederzeit Feedback und Unterstützung aus dem Team zu erhalten. Risiken, Probleme, Unterstützungs- und Entscheidungsbedarfe werden so transparent und offen kommuniziert, dass frühzeitig gegengesteuert werden kann. Erfolge aus Kundenprojekten, internen Projekten oder auch Neuigkeiten aus dem Team werden via Yammer und in unserem monatlichen News Call kommuniziert und auch gefeiert.

Richard: Als Mitglied eines Kunden-Lenkungskreises hilft es wenig bei Terminverzug diesen hinzunehmen – er wird sich erfahrungsgemäß bis zum Abschluss des Vorhabens fortsetzen. Wenn die Ursachen für Verzug beispielsweise in der mangelnden Mitwirkung des Kunden liegen, ist dieser Ursache mit Maßnahmen zu begegnen. Das kann durch (kostenpflichtige) „Hilfe“ bei der Mitwirkung durch unsere Beratung geschehen oder bei „Unwillen“ der handelnden Akteure durch Behinderungsanzeigen mit einem klaren Hinweis, wie diese zu beseitigen sind. Aber nochmals: immer zurück bis zur wirklichen Ursache und dort mit den Maßnahmen ansetzen.

Jochen: Ich danke euch beiden für das Gespräch! 

#weareone

Übrigens: Das sind sie – unsere Werte:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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